So beginnt der Liedtext von Jürgen Henkys im evangelischen Gesangbuch (Nr. 430) nach dem niederländischen „Geef Vrede, Herr, geef Vrede“ von Jan Nooter (1963). Und es lautet weiter: „… die Welt nimmt schlimmen Lauf. Recht wird durch Macht entschieden… Gib Frieden, Herr, wir bitten! Die Erde wartet sehr. Es wird so viel gelitten, die Furcht wächst mehr und mehr…“ Gerade in diesen Tagen schauen wir alle mit großer Sorge auf die politische Lage und den Krieg an der Grenze zur Ukraine. Wir denken an die Menschen, die auf der Flucht sind, um ihr Leben bangen, Angehörige verlieren. Wir denken ganz besonders an Menschen in unserem Land, die um ihre Lieben in den Kriegsgebieten in großer Sorge sind. So unberechenbar ist die Weltsituation, und so zerbrechlich der Frieden! Wie besorgniserregend wahr und nah ist der zitierte Liedtext! Dr. Christoph Meyns, Landesbischof unserer evangelisch-lutherischen Landeskir- che in Braunschweig, rief für Freitag, 25. Februar, um 18.00 Uhr zu einem Mahngeläut und Friedensgebet in allen Kirchen auf. In St. Christophorus fand das Gebet an der ehemaligen Taufstätte am Ludgeri-Kreuz statt. Wir erinnerten uns daran, dass die Taufe uns Menschen mit Christus verbindet, der durch Golgatha und Karfreitag allem Leid nah ist und zugleich die Hoffnung auf das Leben und den Sieg der Liebe über Krieg realistisch macht: Ostern! Auf dieses Fest des Lebens gehen wir nun in diesen Wochen liturgisch in unseren Kirchen zu – jedoch nicht, ohne das Leid der Welt im Blick zu haben und mit allen verbunden zu sein, die Terror und Krieg ausgesetzt sind.

Das Gebet ist eine Kraftquelle. Gebete können die Welt verändern, weil Gott die Welt ver- ändern kann, und Gebete verbinden uns miteinander im Hinblick auf eine Macht, die stärker ist als alles weltlich Zerstörerische. Vielleicht möchten Sie zu Hause an diesen Gebeten teilhaben: „Wir haben Angst vor dem Krieg, Gott. Zwischen Russland und der Ukraine, zwischen Ost und West… So fern, so nah, die Ukraine. Seit 2014 schwelt dort Gewalt. 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge und mehr als 10.000 Tote. Hinter jeder Zahl ein Mensch und sein Leben. Großmanöver und Truppenaufzüge… Wann beginnt Krieg, Gott? Wenn sich Feindbilder ins Herz schleichen, wenn Drohkulissen aufgebaut werden, wenn Rüstungsfirmen Gewinne machen… Wenn Söhne und Töchter verschwinden, damit sie nicht zum Militär müssen… Und wie, Gott, wie kommt Frieden? Miteinander reden, Vertrauen wagen, entfeinden. Für die Menschen in der Ukraine und Russland, für uns alle bitten wir Dich um Frieden.“ (Gebet in Anlehnung an den Text von Pfarrerin Müller- Langsdorf, Ev. Kirche in Hessen und Nassau.“ Der Name des letzten Sonntags vor der Passionszeit (27. Februar 2022) „Estomihi“ (lat. Sei mir) leitet sich aus Psalm 31 ab. Dort heißt es: „Gott, sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest.“ Einen größeren Wunsch können wir für die Welt im Augenblick nicht haben.

Kirchenvorstand von St. Christophorus

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