Hallo, ich bin die Glocke, die Kirch-turmglocke wohlgemerkt. Schon eine lange Zeit hänge ich hier in meinem Turm, hoch über den Dächern meiner Gemeinde. Oft bin ich ganz still und unbemerkt, aber an jedem Sonn-und Feiertag und bei manch anderem Anlass setzt man mich in Bewegung. Dann darf ich die Menschen von nah und fern lautstark einladen. Ich gebe mir dabei auch redlich Mühe, dass mich jeder gut hören kann! Ich lade sie zum Gottes-dienst ein, aber auch zum Nachdenken. Dabei gibt es jedoch nicht nur schöne Anlässe, es gibt auch traurige. Manchmal ist es mir dann ganz schwer um meinen Schlägel, dann möchte ich am Liebsten in Moll klingen. Bei den schö-nen Anlässen freue ich mich jedoch mit den Menschen in meiner Gemeinde, dann würde ich am liebsten schneller und lauter werden! Auch beim Sprechen des „Vater unser“ werde ich aktiviert, das freut mich am meisten. So wird Jesu Gebet nicht nur durch den Pfarrer und die Gemeinde, sondern auch durch mich weit in den Himmel bis zu Gott, Jesus und dem Heiligen Geist hinaufgetragen. Manchmal ärgere ich mich auch ein bisschen. Ich erklinge vor dem Got-tesdienst dreimal und ich sehe die Leute durch die Straßen gehen. Aber sie kommen nicht zu mir und in Gottes Haus, sondern gehen einfach vorbei. Manche halten sich sogar die Ohren zu, das macht mich dann sehr wütend! Einige bleiben jedoch auf dem Weg in die Kirche vor mir stehen, schauen zu mir her-auf und sagen: „So klingt es Zuhause zu sein.“ Das macht mich ganz glücklich! Ich träume davon, ganz viele Menschen mit meinem Klang zu erreichen und zu vereinen. Ich glaube, diesen Traum wür-den meine Pfarrerin und meine Lektorin sicher mit mir teilen! Bärbel Jacobs

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