Die Fastenzeit ermöglicht in uralter Tradition, sich neu auszurichten und Neues zu wagen. Ab Aschermittwoch sind es, die Sonntage (als „Klein Ostern“) ausgenommen, 40 Tage bis Ostern. Mose, Elia und Jesus fasteten jeweils 40 Tage. 40 Jahre zog das Volk Israel unter der Führung von Mose und Aaron aus der Sklaverei durch die Wüste in die Freiheit, und 40 Tage und Nächte fastete Jesus in der Wüste, bevor er nach seiner Taufe öffentlich wirksam wurde. Die Wüste ist ein Ort, an dem „fascinosum et tremendum“ (Rudolf Otto) erfahrbar werden. Es ist das Faszinierende, die Kargheit, aber auch das Gefährliche und manchmal auch Lebensbedrohliche. In der Wüste ist man auf sich selbst geworfen ohne Ablenkung. Jesus fastete und zog sich in die Wüste zurück, um mit klarem Blick und Fokus auf Gott zu reflektieren, was war und was ihn erwartete. Die frühen ChristInnen nahmen dieses Ritual auf, und so fasteten auch TaufbewerberInnen ein bis zwei Tage vor Ostern, wenn sie in der Osternacht getauft wurden. Erst später wurde die Fastenzeit auf die 40 Tage nach Aschermittwoch ausgeweitet. Wenn wir die sieben Wochen vor Ostern fasten -sei es durch Verzicht auf bestimmte Nahrungs-und Genussmittel oder durch Unterbrechung alter Gewohnheiten und Neugestaltung des Tagesablaufs, durch Bibellese oder andere Riten, die zur Ruhe und zu „unserer Mitte“ führen -, dann sind das Hilfen für ein gelingendes Leben. Und das ist auch das Ziel von Ostern: Auferstehung -„kleine“ im Hier und Jetzt, in Vorahnung auf die „große“ Auferstehung, wenn wir durch Christus unserem Gott „hinterhergehen dürfen“, weil Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“











