Guten Tag, ich bin das Orgelvorspiel. Wenn die Menschen in der Kirche sit-zen, der Pfarrer sich platziert hat und die Glocke verstummt ist, dann bin ich an der Reihe. Ich möchte die Gemeinde gern auf den Gottesdienst einstimmen. Sie sollen die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen, den Alltag abzulegen, um sich mit ihren Gedanken ganz auf Gott einzustellen. Wie ich dabei klinge, bestimmt allein der Organist. Er ist mein „Macher“ und hat es in der Hand, mich fröhlich und leicht oder aber still und schwer zu stimmen. Je nach Anlass wählt er mein Erscheinungsbild aus. Manchmal öffnet sich dabei die Kir-chentür und ein paar Nachzügler betre-ten mit müden, kleinen Augen den Kir-chenraum. Auch ihnen möchte ich helfen, zur Ruhe zu finden, um sich ganz auf das Kommende einzulassen. Bärbel Jacobs











