„Unser täglich Brot gib uns heute“. Mit dem Vaterunser bitten wir um Brot. Und weil Brot so wichtig ist, haben wir
uns im „Offenen Frauentreff“ am 14. damit beschäftigt. Die Geschichte des Brotes ist lang. An verschiedensten Fundplätzen hat man Spuren gefunden, die darauf hindeuten, dass schon vor 20.000, teilweise 30.000 und tatsächlich bereits vor 40.000 Jahren Wildgetreide zu Mehl vermahlen, wahrscheinlich gewässert und gekocht oder gebacken wurde, um das Mehl genießbar zu machen. Und als die Menschen schließlich begannen, sesshaft zu werden, begannen sie auch, Getreide für ihre Ernährung anzubauen. Noch heute ernähren sich 60 % der Weltbevölkerung hauptsächlich von Getreideprodukten. Eine große Erfindung in der Geschichte des Brotes waren Backöfen, die vor 5.000 Jahren besonders bei den alten Ägyptern beliebt waren. Eine weitere wichtige Entdeckung waren Hefen, die das Brot lockerer und geschmackvoller machten. Wenn man den ungebackenen
Brotteig über eine längere Zeit stehen lässt, kommt es zur Gärung. Nach archäologischen Funden dürfte so gesäuertes Brot schon vor über 5.000 Jahren bekannt gewesen sein. Und Sauerteig wird noch heute verwendet. Ein kleines Glas mit Sauerteig machte bei uns die Runde. Einen Teil von diesem Sauerteig kann man abnehmen, der Rest verbleibt im Glas und wird im Kühlschrank aufbewahrt. Mit Mehl (Roggen, Weizen, Emmer oder Dinkel) wird der abgenommene Sauerteig verknetet und muss
ungefähr fünf Stunden gehen. Man kann auch noch Geschmackszutaten hinzufügen wie Gewürze oder z. B. Nüsse oder Kürbiskerne. Wichtig ist beim Brotbacken Geduld und ein guter Umgang mit den guten Zutaten. So hatte es mir die Tochter einer Freundin gesagt – das Brot will gut behandelt sein. Und sie hatte uns nicht nur den Sauerteig gegeben, sondern auch ein wunderbares Brot gebacken, das wir frisch aufgeschnitten mit veganem Schmalz und Butter verzehrten.

Es war köstlich! Kindheitserinnerungen kamen auf. Wie schwer es doch fiel, mit dem duftenden Brot unter dem Arm der Versuchung zu widerstehen, nicht einfach in die leckere Kruste hineinzubeißen, und oft hat man es doch getan. Kindheitserinnerungen gleich nach dem Krieg, als ein Kanten Brot so wertvoll war. Kindheitserinnerungen, dass die Großmutter das Kreuzzeichen über das
Brot nachzog, bevor es angeschnitten wurde. In vielen Ländern der Welt gilt das Brot nicht nur als Grundnahrungsmittel, sondern hat auch eine große symbolische und spirituelle Bedeutung, gerade auch in der jüdischen und christlichen Tradition. In der Bibel, so hat man gezählt, kommt das Wort „Brot“ 350 mal vor. Und sowohl im Alten als auch im Neuen Testament sind die Geschichten von Getreide und Brot bedeutend. Zum Schluss beteten wir das Vaterunser – „Unser täglich Brot gib uns heute“ ein wenig lauter. Monika Seidel
Einen Dank von Ingrid Wissemann für
den schönen Vortrag von Monika Seidel

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